Achtsames Autofahren: Achtsamkeitsmeditation im Alltag

Achtsames Autofahren: Achtsamkeitsmeditation im Alltag

Achtsames Autofahren als Übung, um mehr Achtsamkeit in Ihren Alltag zu bringen. Meditieren hinter dem Lenkrad ist weniger schräg, als es sich vielleicht anhört. Außerdem macht es Freude und trägt zu Ihrer Sicherheit auf der Straße bei.


Achtsamkeitsmeditation: Ein Zustand absoluter Wachheit

Vielleicht denken Sie bei Meditation daran, mit Hilfe von Entspannungsmusik völlig abzuschalten und sich in ein diffuses „Nirvana“ zu „beamen“. Hier ist jedoch von Achtsamkeitsmeditation (auch Einsichtsmeditation genannt), die Rede. Diese Art von Meditation ist gekennzeichnet durch einen Zustand äußerster Präsenz und Wachheit.

Als der amerikanische Neurowissenschaftler Richard Davidson und sein Team 2004 die Gehirne von Mönchen während des Meditierens erforschten, fanden sie Gehirnwellenfrequenzen in einer Höhe, die bei nicht-meditierenden Menschen niemals auftreten: sogenannte Gammawellen.


Ein waches und gut organisiertes Gehirn

Den Zustand, in dem das Gehirn Gammawellen erzeugt, bezeichnen die Wissenschaftler als Hyperwachheit. Gamma-Wellen zu erzeugen, erfordert die simultane Aktivität von Tausenden Nervenzellen bei extrem hohen Geschwindigkeiten. Außerdem war bei den untersuchten Mönchen die Bewegung der Wellen deutlich besser organisiert als bei der nicht-meditierenden Kontrollgruppe.


Die Heilkraft der Mönche: Ein Artikel des SPIEGEL über die Meditationsforschung mit Neurowissenschaftlerin Dr. Britta Hölzel


Achtsam beim Autofahren

Die Fähigkeit des Gehirns, einen wachen, klaren Bewusstseinszustand willentlich zu erzeugen, können wir uns auch beim Autofahren zu nutze machen. Eine wesentliche Bedeutung kommt dabei dem Atem zu – beziehungsweise unserer Fähigkeit, den Fokus beim Atem zu halten, während wir aufmerksam am Straßenverkehr teilnehmen.


Tipps zum meditativen Autofahren:

  • Bringen Sie Ihre Aufmerksamkeit bereits in den Moment ein, in dem Sie Ihr Auto öffen.
  • Nutzen Sie den Moment, bevor Sie den Motor starten, für ein bewusstes Einatmen und Ausatmen.
  • Nehmen Sie bewusst Ihre Körperhaltung auf dem Sitz wahr.
  • Seien Sie sich bewusst, dass Sie die Kontolle über das Fahrzeug haben, denn es ist Ihr Geist, der es lenkt.
  • Gönnen Sie sich einen Moment der Dankbarkeit, denn Ihr Fahrzeug ermöglicht es Ihnen, große Distanzen in kurzer Zeit zu bewältigen. (Für eine Fahrt von Hamburg nach München waren die Menschen zu Kutschenzeiten bestimmt eine Woche oder länger unterwegs – und das unter sehr unbequemen Umständen).
  • Seien Sie sich bewusst, dass Sie durch eine umsichtige, faire und defensive Fahrweise gut für sich und die anderen Verkehrsteilnehmer sorgen.
  • Seien Sie aufmerksam dabei, wie Sie die Spur halten.
  • Während Sie mit dem Atem verbunden bleiben, werden Sie während des Fahrens manchmal angenehme und manchmal unangenehme Empfindungen wahrnehmen können. Achten Sie auf den Wechsel zwischen angenehm und unangenehm.
  • Vielleicht können Sie feststellen, was die angenehmen Empfindungen und was die unangengehmen Empfindungen auslöst.
  • Stellen Sie fest, wie Sie mit Impulsen umgehen, die möglicherweise durch andere Verkehrsteilnehmer ausgelöst werden.
  • Registrieren Sie aufmerksam alle Gedanken und Gefühle, die dabei auftauchen und achten Sie darauf, sich nicht mit ihnen zu identifizieren. Wenn sie sehr stark sind, können Sie die Aufmerksamkeit einfach wieder auf die Atmung richten.
  • Experimentieren Sie in Ihrer Übung des achtsamen Autofahrens mit Großzügigkeit, Freundlichkeit, Mitgefühl und Nachsicht.
  • Beobachten Sie, wie es sich anfühlt, wenn Sie sich mitfühlend, nachsichtig, freundlich und großzügig verhalten haben.
  • Bemerken Sie achtsam, wenn Ihre Aufmerksamkeit vom meditativen Autofahren abgelenkt wird. In solchen Momenten können Sie einfach die Aufmerksamkeit zum Atem zurückbringen.

Wenn Sie diese Form des meditativen Autofahrens praktizieren, fahren Sie sicherer und mit mehr Freude. Und wenn die Zeit an einem Tag auch nicht zur formalen Meditation auf einem Meditationskissen gereicht hat, so haben Sie doch mit dem achtsamen Autofahren eine Achtsamkeitsübung in Ihren Alltag integriert.


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