Achtsamkeit als Kontraindikation für Christen?

MBSR als Kontraindikation für Christen?

Manche Christen, sind verunsichert, ob die buddhistisch basierte Achtsamkeitspraixis, die in einem MBSR-Kurs vermittelt wird, im Widerpruch zu ihrer Religion stehen könnte. Anna, eine Austauschstudentin schreibt hier über ihre Erfahrungen.


„Ist das wirklich eine gute Idee, als Christ einen MBSR-Kurs zu besuchen, in dem östliche Meditationspraktiken gelehrt werden?“ Mit dieser Frage werden wir immer wieder einmal konfrontiert. Diejenigen, die sich trotz Vorbehalten auf das „Experiment“ eingelassen haben, berichten hinterher von ihren guten Erfahrungen.

So auch Anna, eine Austauschstudentin aus der Slowakei, die an einem achtwöchigen achtsamkeitsbasierten Kurs im Rahmen einer Studie der Universität Tübingen teilgenommen hat.

Ihre Erfahrungen bestätigen die unsrigen: Christen brauchen keine Angst vor der Achtsamkeitspraxis und vor Meditation zu haben – ganz im Gegenteil: die Achtsamkeitspraxis kann das Christsein bereichern und vertiefen.

Um ganz ehrlich zu sein, hatte ich nach der ersten Sitzung in Erwägung gezogen, den Kurs nicht fortzuführen. Der Grund dafür war meine Angst vor der Achtsamkeitsmeditation, die Bestandteil der Selbsterfahrung ist.

Als Christin hat man mir immer wieder gesagt, ich solle mich von östlichen spirituellen Praktiken fernhalten, deshalb näherte ich mich der Meditation vorsichtig an. Ich wollte herausfinden, ob die Achtsamkeitspraxis wirklich gegen christliche Prinzipien verstößt – und ich habe festgestellt, dass Achtsamkeit das keinesfalls tut.

Tatsächlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass Achtsamkeitsmeditation ein gutes Bewusstseinstraining sein kann, eine Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, um mich auf das Gebet vorzubereiten … und wer weiß, vielleicht sogar mehr – aber das habe ich noch nicht herausgefunden.

Mich auf die östliche Meditation eingelassen zu haben, hat mir den Antrieb gegeben, mich mehr mit der christlichen Meditation zu beschäftigen und sie besser kennenzulernen.

Im Moment fühle ich mich noch etwas verwirrt, aber ich bin wirklich glücklich über die Möglichkeit, einen anderen Ansatz kennenzulernen weil ich dadurch ein tieferes Verständnis für mein Christsein entwickeln konnte.

Rückwirkend bin ich froh, dass ich den Kurs nicht abgebrochen habe. (…) Ich bin zutiefst dankbar, diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen.“
Anna, Austauschstudentin (Slowakei)

 

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