Corona-Krise: Aufbruch in ein neues Bewusstsein

Bewusstsein Achtsamkeit

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Wird das Covid-19-Virus unser Bewusstsein verändern? Dieser besondere Blick auf das Geschehen zeigt, was wir aus der Corona-Krise lernen können. Statt uns als Opfer der Umstände zu fühlen, haben wir die Chance, unser Menschsein und unsere Welt neu zu gestalten. Achtsamkeit als Bewusstseinsqualität wird einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

Die Corona-Epidemie schafft ein neues Bewusstsein

Corona! Langsam sickert die Erkenntnis ins Bewusstsein der Menschheit, dass wir aus der Nummer nicht mit einem blauen Auge herauskommen. Von Tiefenkrisen wird in den Medien apokalyptisch orakelt und dass die Welt sich gerade auflöst.

Die Sprache der Presse ist gewohnheitsmäßig effekthascherisch und angsterzeugend: „Hinter der Krise füge sich eine neue Welt zusammen, die wir nur erahnen können“. Als wären wir hilflose Opfer, die schicksalshafte Umstände passiv über sich ergehen lassen müssen. Aber wir sind durchaus nicht hilflos.

Auf das Eintreten der Corona-Pandemie hatten wir tatsächlich keinen Einfluss. Aber wir können entscheiden, wie wir mit dem Status quo umgehen. Und wir können beeinflussen, was als Nächstes geschieht. Jeder für sich, in seinem Rahmen und mit seinen Möglichkeiten.

Ein frei denkender Mensch bleibt nicht da stehen, wo der Zufall ihn hinstößt.

Heinrich von Kleist

Die Menschheit, der kranke Patient

Enge Sichtweisen, die Ängste, Irritationen und Verunsicherungen schüren, sind derzeit keine guten Ratgeber. Was wir brauchen, um mit der Situation zurechtzukommen und unsere Zukunft als Menschheit zu gestalten, sind Zuversicht, Kraft, Mut, Besonnenheit und Weisheit.

Corona | Achtsamkeit

Und wir brauchen geistige Klarheit, um verstehen zu können, was hier geschieht. Will man eine geeignete Therapie für einen erkrankten Patienten finden, bedarf es zunächst einer gründlichen Untersuchung und einer sich daraus ergebenden Diagnose.

Der kranke Patient ist in unserem Fall die Menschheit selbst. Um unsere Situation zu verstehen, einen (übergeordneten) Sinn darin zu entdecken und Perspektiven zu entwickeln, braucht es eine neue, unvoreingenommene Sicht auf das Geschehen.

Einem neuen Denken Raum geben

Wir müssen also von weiter oben gucken. Am Besten von den Sternen aus. Aus diesem Grund möchte ich in diesem Beitrag eine astrologische Sichtweise des Corona-Geschehens anbieten.

Wenn du jetzt die Augen verdrehst oder das Lesen abbrechen möchtest, dann kommt hier deine erste Corona-Lektion: Mit solch einer begrenzten Sichtweise wirst du künftig nicht mehr weit kommen.

Denn das alte evidenzbasierte Denken hat ausgedient. In unserer Lage können wir uns die bisherige wissenschaftshörige Arroganz mit ihrer Blindheit gegenüber empirischen Ansätzen nicht länger leisten.

Der Physiker Albert Einstein sagte einmal, dass Probleme nicht auf der Ebene zu lösen sind, auf der sie entstanden sind. Gehen wir davon aus, das er recht hat, dann werden wir lernen müssen, Dinge völlig neu zu denken. Grenzenlos zu denken. Das Unmögliche zu denken.

Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche.

Che Guevara

Blick von oben

Während uns die Astronomie etwas darüber lehrt, was die Welt ist, zeigt uns die Astrologie, wie sie ist. Seit Jahrtausenden beobachten Menschen die Zusammenhänge, zwischen weltlichem Geschehen und bestimmten Planetenkonstellationen und haben gewisse Gesetzmäßigkeiten darin erkannt.

Zwanzig Jahre emsiger Praxis haben meinen rebellischen Geist von der Astrologie überzeugt.

Johannes Kepler (Mathematiker, Astronom, Theologe, Astrologe)

Wenn so etwas auftritt, wie die derzeitige Corona-Epidemie und ihren immensen persönlichen wie globalen Konsequenzen, dann ist ein Blick in die Sterne ganz besonders spannend.

Schaut ein Fachmann auf die aktuelle planetare Situation, erkennt er verschiedene Konstellationen, die bereits jede für sich ziemlich brisant sind. Dass sie zeitlich zusammenfallen und sich somit gegenseitig verschärfen, gibt der momentanen Zeitqualität eine gewisse Sprengkraft

Corona macht aus unserer Welt eine andere

Astrologen haben das kommen sehen. In der astrologischen Fachliteratur war die auf uns zukommende Situation bereits seit vielen Monaten Thema. Aber niemand hatte zu dieser Zeit eine Idee, auf welche Weise die vorhersehbare „plötzliche fundamentale Veränderung des Weltgeschehens“ sich vollziehen würde.

Ein Weltkrieg wäre denkbar gewesen – und so etwas in der Art haben wir ja auch. Politiker und Wissenschaftler reden davon, einen „Krieg“ gegen das Corona-Virus zu führen und es „besiegen“ zu wollen. Immer wieder tauchen im Zusammenhang mit Covid-19 martialische Begriffe auf.

Verstehen, was geschieht

Um eine anstehende Zeitqualität zu deuten, schauen Astrologen zurück: Wann hat es solch eine planetare Konstellation schon einmal gegeben und wie hat sie sich seinerzeit ausgedrückt?

Sehr aufschlussreich ist derzeit eine Konstellation, an der die Planeten Saturn und Pluto beteiligt sind. Wo die beiden zusammenwirken, kann man sich auf eine Krise gefasst machen, die es in sich hat und die dazu zwingen wird, den Gürtel enger zu schnallen. Das astrologische Duo Infernale führt unausweichlich zu disziplinierterem Verhalten und einem verantwortungsvolleren Umgang mit Ressourcen.

Wenn Zensor und Zuchtmeister den Übermut stoppen

Zuletzt traten Zensor und Zuchtmeister des Tierkreises in dieser Konstellation vor 500 Jahren auf: Im Jahr 1518. Und was geschah dort: die lutherische Reformation. Um unsere derzeitige Situation und ihre möglichen Auswirkungen zu verstehen, ist es interessant, einen Blick auf das damalige Geschehen zu werfen.

In ihrem durch Kriege, Hungersnöte und Seuchen gebeutelten Leben des 16. Jahrhunderts suchten die Menschen Trost und Hilfe bei der Kirche. Die Vertreter Gottes auf Erden füllten sich zu dieser Zeit durch Vetternwirtschaft, Reliquienhandel und Ablassbriefe maßlos ihre Taschen. Viele Bischöfe und Äbte führten einen ausschweifenden Lebensstil, während das Volk an Hunger und Krankheiten litt.

Was Martin Luther und Covid-19 gemeinsam haben

Martin Luther deckte diese Missstände in der katholischen Kirche auf, die nach seiner Auffassung im Gegensatz zur kirchlichen Lehre standen. Er prangerte das unheilige Treiben an und setzte eine Umgestaltung und Erneuerung („reformatio“) in Gang, die Auswirkungen bis in unseren heutigen christlichen Alltag hat.

Man müsste schon blind sein, um die Parallele zur heutigen Zeit nicht zu erkennen. Waren es damals die Kirchenvertreter, sind es heute Wirtschaftskonzerne wie Nestlé und Co, die sich in maßloser Gier die Taschen vollstopfen.

Skrupellos beuten sie dafür Mensch und Tier aus und vernichten unseren Planeten, indem sie in verantwortungslosester Weise seine Ressourcen plündern und die Umwelt vergiften.

Der damalige „Zensor und Zuchtmeister“ hieß Martin Luther; der heutige heißt Covid-19.

Ein Job für Despoten

Das überraschte sogar die Astrologen. Sie hatten wohl eher mit einer Person gerechnet, die die globale menschliche, gesellschaftliche, ökologische und wirtschaftliche Ordnung ins Straucheln bringt. Zudem es mit regierenden Despoten wie Trump, Putin, Jong-un und Erdogan ja derzeit nicht an qualifizierten Kandidaten für solch einen Job mangelt.

Verschärft wird die schwierige Saturn-Pluto-Situation durch eine weitere Konstellation, an welcher der Planet Mars beteiligt ist. Die Entsprechung des Mars ist die von kriegerischen Auseinandersetzungen. Er hat aber auch eine Affinität zu Erregern, die einen Organismus befallen, dessen Immunsystem geschächt ist.

Der Arzt Dr. Rüdiger Dahlke bezeichnet eine durch Erreger verursachte Entzündung im Körper symbolisch als einen nach innen gezogenen Konflikt; einen Krieg sozusagen, der auf zellularer Ebene geführt wird.

Ich kämpfte gegen einen Feind, den ich nie sah.

Karen Blixen, Jenseits von Afrika

Aus der Vergangenheit lernen

Das letzte Mal zeigte sich die derzeit herrschende Zusammensetzung am Himmel in den Jahren 1914 – 1918. Der erste Weltkrieg wurde im Außen und im Innen geführt, denn die Menscheit hatte in diesen Jahren sowohl mit einem Krieg als auch mit einer Pandemie zu kämpfen.

Waren im ersten Weltkrieg ca. 17 Millionen Tote zu beklagen, gehen Schätzungen davon aus, dass der Spanischen Grippe im Jahr 1918 bis zu 100 Millionen Menschen zum Opfer fielen (bei einer damaligen Weltbevölkerung von ca. 1,8 Milliarden).

Wie lange dauert die Corona-Krise?

Glücklicherweise ist es der Menschheit diesmal gelungen, diese Konstellation zu leben, ohne dafür einen Weltkrieg anzuzetteln. Das sollte uns jedoch nicht über die Ernsthaftigkeit der Lage hinwegtäuschen. Wir befinden uns im Irrtum, wenn wir glauben, dass wir unter solch einer Zeitqualität in absehbarer Zeit zu unserem gewohnten Alltag zurückkehren können.

Im Gegenteil. Aus astrologischer Sicht klingt die Brisanz des derzeitigen Geschehens erst in den Jahren 2023/2024 allmählich ab. Bis dahin wird sich in unserer aller Leben viel verändert haben.

Das ist eine ungemütliche aber nicht unbedingt eine schlechte Nachricht.

Das Covid-19-Virus als Evolutionsbeschleuniger

Hand aufs Herz: Wir wussten doch alle, dass dieser enthemmte Wachstumswahn nicht ewig so weitergehen konnte.

Im bewusstlosen Taumel einer perfektionierten Konsumgesellschaft haben wir uns wie kleine Kinder in einem Süßigkeitenladen verhalten. Nun klopft uns Covid-19, ein mit bloßem Auge nicht sichtbares Corona-Virus, gehörig auf die Finger, um dem unkontrollieren und ungesunden Treiben Einhalt zu gebieten.

Corona schäft das Bewusstsein für die Instabilität unserer übervernetzten Systeme

Die manische europäische und globale Vernetzung hat anfällige Systeme erzeugt. Durch die Corona-Krise wurde uns allen vor Augen geführt, welche Folgen solch eine enge Vernetzung schlimmstenfalls haben kann. Ein kleines Problem an einer Stelle ist imstande, ganze Systeme in Gefahr zu bringen.

Solche mega-vernetzten Systeme sind wahre Monster. Sie sind nicht unflexibel, unüberschaubar und letztendlich nicht wirklich kontrollierbar. Sie züchten Abhängigkeiten, bergen Gefahren und eine Angreifbarkeit, in einem Ausmaß, das vor Corona wohl niemandem so recht bewusst war.

Covid-19 setzt dem Globalisierungsswahn ein Ende

Wir brauchen eine Neuordnung sozio-ökonomischen Wirtschaftens, mit einem gesundem Verhältnis zwischen Verbundenheit und Distanz, Autonomie und Abhängigkeit. Es wird Zeit, dass dieser globalisierte Vernetzungwahn ein Ende findet und dass wir beginnen, dezentralisiert zu denken.

Dezentralisierte Systeme versprechen jedoch nicht nur Stabilität, sie bedeuten auch, dass sich der Einzelne viel direkter mit den Konsequenzen seines Tuns (oder Nichttuns) auseinandersetzen muss. Hier ein Beispiel dazu, aus meinem eigenen Leben:

Vor vielen Jahren zog ich aus Berlin ins ostfriesische Hochmoor. Mitten in der Pampa gab es keinen Anschluss an eine zentrale Kanalisation. Unser Haus brauchte deshalb eine Drei-Kammer-Klärgrube, ein Kiesbett und einen Klärteich mit Bepflanzung.

Eines Tages machte ich mir wieder einmal Strähnchen in die Haare. Als ich die chemische Lösung abspülen wollte, wurde mir plötzlich schlagartig bewusst, dass diese Brühe nach dem Abspülen nicht einfach „weg“ war.

Früher war sie das. Spülen – und weg! Aber nun fand sich der Chemie-Cocktail im Teich hinter dem Haus wieder – mitten in meinem Garten. Dieser Gedanke verursachte mir Unbehagen. Und ich zwar gezwungen, mir das erste Mal wirkliche Gedanken über meine Hinterlassenschaften zu machen.

Solange uns die Verantwortung für die Resultate unseres Tuns abgekommen werden, können wir uns in Sorglosigkeit wiegen.

Müssen wir das bezahlen?“
„Nein, das wird alles abgebucht.“

Aus Pappa ante portas

Solange Menschen unwürdig behandelt werden, krank werden und sterben, damit Menschen in den reichen Industrienationen immer mehr für immer weniger Geld konsumieren können und so lange wir unseren Planeten plündern und vergiften, stimmt etwas mit dem System nicht.

Ein Planet mit zunehmender Überbevölkerung braucht ein neues Bewusstsein

Zur Zeit der Corona-Epidemie leben 7,8 Milliarden Menschen auf dieser Erde. Im Jahr 2050 werden es nach einer Hochrechnung der Vereinten Nationen 9,7 Milliarden sein.

„Die Menschheitsgeschichte ist an einem Wendepunkt angekommen“, warnte Nafis Sadik, damals Exekutiv-Direktorin des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, schon im Jahr 1992: „Das schnellste Bevölkerungswachstum seit Menschengedenken ist mit weit verbreiteter Armut und großen Entbehrungen verbunden. Gleichzeitig erleben wir, dass der Verbrauch von Rohstoffen ins Unermessliche steigt. Zusammengenommen stellen diese beiden Phänomene die ernsteste Bedrohung für die regionale wie für die globale Umwelt dar, seit es Menschen gibt.“

Die Umweltorganisation WWF weist in ihrem „Living Planet Report 2016“ darauf hin, dass die im Jahr 2012 lebenden rd. 7 Milliarden Menschen die Ressourcen von 1,6 Erden aufbrauchten. Bis 2030 werden es bereits zwei und bis 2050 sogar drei Erden sein.

Mehr Bewusstsein für Mitgefühl und verantwortungsvolles handeln

Der Kollaps ist vorprogrammiert. Unsere Kinder und Enkel werden ihn auszubaden haben, wenn wir jetzt nicht handeln. Die Corona-Krise ist ein deutlicher Schuss vor den Bug, der nicht in Zahlen auf dem Papier besteht. Wir erfahren ihn derzeit alle am eigenen Leib. Jeder einzelne Mensch auf der Welt. Es geht uns alle an.

Die Probleme der Menschheit, denen sich die Nationen so lange halbherzig bis gar nicht gewidment haben, wie zum Beispiel die Klimaerwärmung können nicht länger aufgeschoben werden. Das ist eine deutliche Botschaft von Covid-19.

Unsere Welt braucht mehr Menschen, die eine durch Verantwortung, Weitblick und Mitgefühl geprägte Weisheit verkörpern. Wir brauchen achtsames Bewusstsein, wenn wir morgen noch eine lebenswerte Welt haben wollen.

Doris Kirch

Achtsamkeitsmeditation bei Depression

Chancen, Lernen und Möglichkeiten der Corona-Krise

In dem, was der Menschheit derzeit widerfährt, können wir, astrologisch betrachtet, das Wirken plutonischer Kräfte erkennen. Sie entfesseln sich dort, wo sich innerhalb eines Individuums oder eines Systems Stagnation eingestellt hat.

Sind lebendige Prozesse zum Erliegen gekommen, ist ihre Dynamik erstickt und gleicht nur noch einem vor sich hin gährenden, dem Untergang geweihten Fäulnisprozess, dann ist Plutos Befreiungsschlag vorprogrammiert.

Plutonische Kräfte haben eine enorme Sprengkraft. Aber es geht dabei nicht um blinde Zerstörungswut, sondern um einen transformativen Prozess, der alles Alte, Überholte, nicht in eine heilsame Richtung Führende vernichtet. Und das macht Pluto gründlich. Er macht keine Gefangenen.

Das Pluto-Prinzip: Keine Apokalypse sondern ein Neubeginn

Wo Pluto am Werke ist, erstehen wir aus der Asche neu. Aber aus unserer eigenen Asche. Pluto macht keinen halben Kram. Er will keinen alten Wein in neuen Schläuchen. Deshalb lässt er nicht zu, dass wir auf Ruinen wieder aufbauen. Es muss total sein, um wirkungsvoll zu sein.

Pluto legt damit das Fundament für etwas Neues, das nicht von Altlasten eingefärbt und beschwert ist. Seine Zerstörung ist deshalb keine Apokalypse, sondern ein Neubeginn.

Die Stunde der Wahrheit

Und nicht alles fällt dem plutonischen Debakel zum Opfer. Was der transformativen Zerstörung entgeht, ist das, was wahrhaft lebensfördernd ist. Nicht nur für uns selbst, sondern gleichermaßen für andere. Insofern schlägt in dieser Corona-Krise jeden von uns die Stunde der Wahrheit.

Corona Krise Achtsamkeit

Die Corona-Krise ist eine Chance für mehr Bewusstsein

Corona stellt Selbstbild, Fremdbild und Weltbild auf dem Prüfstand

Für jeden von uns kommen jetzt unser Selbst-, Fremd- und Weltbild auf den Prüfstand. Auf dem Altar der Transformation werden möglicherweise Ansichten, Vorlieben, Meinungen, Routinen und Wertvorstellungen geopfert. Wir dürfen unserem Denken eine neue Ausrichtung geben. Platz machen für Neues. Das bringt Bewegung in die Sache. Frische Luft zum Atmen.

Pluto drückt den Reset-Knopf. Für jeden von uns – und damit für das ganze System Mensch. Wer Überlebtes festhalten will und  am alten Status quo klammert, wird eine schwere Zeit erleben.

Die Corona-Krise zeigt den Wert von Achtsamkeit

Wer jedoch schon vorher mit seinem Bewusstsein gearbeitet hat, der wird diese Corona-Krise eher als regenerativ und inspirierend erleben. Er wird spüren, wie ihm, seinen Beziehungen und Projekten eine neue, nie dagewesene Kraft zufließt.

Stirb, bevor du stirbst, sagte der große Sufi-Meister Rumi und weist damit auf eine essenzielle spirituelle Erkenntnis vieler Weisheitstraditionen hin: Wenn du bereits durch das Feuer der Transformation gegangen bist und dich deinen inneren Dämonen gestellt hast, hat das Feuer für dich seine Angst verloren.

Zu sterben ist anders, als alle vermuten und beglückender.

Walt Whitman

Wer Achtsamkeit praktiziert bewahrt Stabilität auch in Krisenzeiten

Das zu verstehen, kann uns helfen, die Krise aus Selbstbestimmtheit heraus zu meistern und das Beste daraus zu machen, statt uns als hilfloses Opfer eines miesen Karmas zu fühlen. In diesem Geiste verlassen wir das Jammertal und werden zu bewussten Schöpfern unseres Lebens und unserer neuen Welt.

Ein Mensch, dessen Geist in Achtsamkeit geschult ist, der geht mit Krisen und Schicksalsschlägen ganz anders um als jemand mit einem ungeschulten Bewusstsein. Er fühlt den Schmerz dieser Einschnitte genauso wie jeder andere. Aber er hat gelernt, nicht darunter zu leiden.

Wer Achtsamkeit praktiziert, hat gelernt, dass nicht die Geschehnisse als solches das Problem sind, sondern die Art und Weise, wie wir damit umgehen.

Wir gestalten die Welt von morgen

Die Welt „wird“ nicht eine andere, sondern wir gestalten die Welt von morgen. Du gestaltet die Welt von morgen, durch das, was du kaufst, wo du es kaufst, was du isst (oder nicht isst) – einfach durch alles, was du tust (und nicht tust).

Fast jeder von uns hat in den letzten Monaten „Federn gelassen“. Und das große Rupfen ist noch nicht vorbei. An den Folgen der Weltwirtschaftskrise, die wir uns eingebrockt haben, werden wir noch viele Jahre zu knabbern haben.

Mehr Sein als Haben

Wir werden Verluste hinnehmen müssen – aber folgt man der Logik des Plutoprinzips, werden wir feststellen, dass sie kein Vakuum hinterlassen. Es wird lediglich einen Wandel unseres Wertesystems geben. Es wird weniger ums Haben gehen, sondern mehr ums Sein.

Der Geschmack des ersten Cappuccinos, den wir in einem Straßencafé in der Sonne sitzend genießen werden, wenn wir uns wieder frei bewegen dürfen, wird sein Aroma nicht nur auf seiner Zunge, sondern auch in unserem Herzen entfalten. Vielleicht wird dies der wohlschmeckendste Kaffee in unserem Leben sein. Und vielleicht werden für einen kurzen Moment Tränen der Dankbarkeit aufsteigen.

Transformation im Menschheitsbewusstsein

Aus astrologischer Sicht weist die Corona-Situation auf einen fundamentalen Wandel im Menschheitsbewusstsein hin. Wie er sich vollziehen wird, werden die kommenden Jahre zeigen. Eines ist sicher: Wir werden zur Vernunft gebracht.

Ab jetzt wird Schluss sein, mit ignoranter Sorglosigkeit. Es wird künftig gar nicht mehr möglich sein, sich von egoistischer Bedürfnisbefriedigung leiten zu lassen – weder individuell noch auf der Ebenen globaler Konzerne.

Bescheidenheit, Zufriedenheit und Freude am gegenwärtigen Moment

Statt dessen werden wir uns umstellen müssen und Tugenden wie Bescheidenheit und Zufriedenheit kultivieren. Wir werden lernen, bewusster zu schätzen, was uns umgibt: Unser zu Hause, unsere Familie und Freude, die Natur, die ganzen kleinen Wunder und Vergnügen des Alltags.

Corona wird unser Bewusstsein vertiefen. Ein kleines Virus hat uns gezeigt, dass unser Leben, wie wir es bisher kannten, von jetzt auf gleich vorbei sein kann. Da stellt sich fast zwangsweise die Frage: Was bleibt, wenn im Außen alles wegbricht?

Auf uns selbst zurückgeworfen, konnten wir die Freude am gegenwärtigen Moment erfahren, an diesem Atemzug – statt ständig dem nächsten Hype, Luxusartikel, Projekt oder Erlebnisurlaub hinterherzujagen.

Corona Achtsamkeit

Umgehen mit der Angst vor Veränderung

Unsere Spezies ist so angelegt, dass wir eine natürliche Abneigung gegen Veränderungen haben. Klar, dass uns angesichts dieser ungeschminkten Tatsachen zum Jubeln gerade nicht zumute ist.

Andererseits haben wir von der Evolution eine besondere Anpassungsfähigkeit in die Wiege gelegt bekommen, die eine natürliche Ressource im Umgang mit sich wandelnden Umständen ist.

Das hat bereits Charles Darwin erkannt. Anders als die meisten glauben, postulierte er die Erkenntnis seiner Evolutionstheorie nicht als das „Überleben des Stärkeren„, sondern als das „Überleben des Angepassteren„. Als „stärker“ bezeichnete er diejenigen, die sich besser anpassen konnten und damit ihre Überlebenschancen steigerten.

Der Wert von Achtsamkeit in Krisen

Achtsamkeit bedeutet, in einer freundlichen, offenen inneren Haltung wahrzunehmen, was ins uns und um uns herum geschieht – während es geschieht.

In schwierigen Lebenslagen, wie zum Beispiel in der Corona-Krise, hilft ein in Achtsamkeit geschultes Bewusstsein, aus der Trance von Ohnmacht und Kontrollverlust zu erwachen und auf eine heilsame und förderliche Weise mit dem Geschehen umzugehen.

Heilsam und förderlich heißt zunächst einmal, uns nicht abzuwenden und dem Status quo auch keinen unnötigen Widerstand entgegenzusetzen.

Corona schafft Bewusstsein, um uns zur Besinnung zu bringen

In der buddhistischen Psychologie gibt es eine bestimmte Vorgehensweise für die Bewältigung von Ängsten und Krisen, die unter dem Akronym R.A.I.N. zusammengefasst ist.

Erfahre hier mehr über die Bewältigung von Angst und Krisen nach dem RAIN-Prinzip →

Das Corona-Virus zeigt uns, dass wir Menschen viel mehr mit einander verbunden sind, als wir dachten. Auf eine bestimmte Weise teilen wir tatsächlich einen Atem. Vielleicht ist das Corona-Virus uns von der Natur gesendet worden, um uns zur Besinnung zu bringen und den Kurs zu ändern, der uns vor dem sicheren Umgang bewahren soll.

Ein achtsamer Geist bedeutet ein achtsames Bewusstsein. Indem du deinen Geist veränderst, veränderst du die Welt.


Video „Hallo, mein Name ist Covid-19“

Zum Schluss ein kleines Video, das zum tiefen Nachdenken über die Corona-Krise einlädt:

Der Text zum Video „Hallo, mein Name ist Covid-19“

Hallo, mein Name ist COVID-19

Aber ihr kennt mich wahrscheinlich unter dem Namen Coronavirus.
Entschuldigt mein vorwarnungsloses Erscheinen.
Aber es liegt nicht in meinem Erstreben euch wissen zu lassen,
wann ich erscheine,  in welcher Form und Stärke.

Warum ich hier bin ? Nun sagen wir, ich bin hier, weil ich es leid war.
Ich war es leid zu sehen, wie ihr euch zurückentwickelt,
statt aus dem, was euch gegeben wurde, etwas Gutes zu machen.

Ich war es leid zu sehen, wie ihr euch kontinuierlich mit euren eigenen Händen zerstört.
Ich war es leid zu sehen, wie ihr diesen Planeten behandelt, wie ihr euch gegenseitig behandelt;
eure Gewalt, eure Kriege, eure zwischenmenschlichen Konflikte, eure Vorurteile.

Ich war müde von eurer Heuchelei, eurem sozialen Neid , eurem Egoismus.
Ich war es leid zu sehen, wie wenig Zeit ihr euch und euren Familien widmet.
Ich war es leid zu sehen, wie wenig Zeit ihr oftmals euren Kindern schenkt.

Ich war es leid zu sehen, wie viel Wert ihr den oberflächlichen Dingen schenkt und wie wenig Interesse ihr an den wichtigen essenziellen Dingen zeigt.
Ich war es leid zu sehen, wie ihr ständig nach dem schönsten Kleid , neusten Handy und dem schnellsten Auto sucht. Nur damit ihr euch realisiert fühlt.

Ich war es leid  zu sehen, wie sehr ihr euch hintergeht und desinteressiert miteinander umgeht.
Ich war es leid zu sehen, wie wenig Zeit ihr euch nehmt, um miteinander zu Kommunizieren.

Euer kontinuierliches Lamentieren auf ständige Unzufriedenheit und dafür rein gar nichts zu tun, um es zu ändern.

Ich weiß, ich bin hart mit euch. Vielleicht zu hart.
Aber ich schaue niemanden ins Gesicht.

Denn ich bin ein Virus.

Was ich euch zeigen will ist einfach.

Ich wollte euch eure gesellschaftlichen Limits zeigen, mit denen ihr lebt,
damit ihr sie ein für allemal beseitigen könnt .

Ich habe extra alles zum Stillstand gebracht,
weil ich will, dass ihr ab jetzt all eure Energie für das einzige Wichtige nutzt.

Ganz einfach das Leben, euer Leben und das eurer Kinder, es zu teilen, zu streicheln, zu behüten.

Ich wollte euch mit Absicht eingeschlossen, isoliert in euren Häusern, getrennt von euren Eltern, euren Großeltern , Kindern oder Enkelkindern. Damit ihr endlich versteht, wie wertvoll eine Umarmung ist.
Der menschliche Kontakt, ein Dialog, ein Händedruck, ein gemeinsamer Abend mit Freunden, beim Spaziergang im Park an der frischen Luft.

Das muss der Neuanfang sein.

Ihr seid alle gleich, ihr seid alle gleich.
Macht bitte keine Differenzen zwischen euch.

Ich bin nur auf der Durchreise, aber der Zusammenhalt und das Gefühl der Liebe , der Zusammenarbeit – ich habe es in einer so kurzen Zeit erreicht, aber es soll für die Ewigkeit halten.

Lebt eure Leben so einfach wie nur möglich, geht langsam, atmet tief, tut Gutes, genießt die Natur, tut was euch gefällt und erfüllt.

Wenn ihr wieder anfangt zu leben, zu feiern, werde ich schon fort sein.

Aber vergesst niemals, nur bessere Menschen zu sein, wenn ich präsent bin.

Corona-Tagebuch | Achtsamkeit | Doris Kirch


Zufriedene Teilnehmerin der Ausbildung zur Achtsamkeitstrainerin