Tipp für Achtsamkeits-Trainer: Was tun, wenn ein Teilnehmer hyperventiliert?

Tipp für Achtsamkeits-Trainer: Was, wenn ein Teilnehmer hyperventiliert?

„Was mache ich, wenn ein Teilnehmer plötzlich hyperventiliert?“

Das ist eines der Themen, die in unseren Ausbildungen zum Achtsamkeitstrainer / Resilienztrainer und MBSR-Lehrer besprochen werden.

Die Antwort auf Fragen solcher Art, die wir als Dozenten geben, lautet gewöhnlich: „It depends on.“ (Es hängt davon ab …) 

Wie man auf ein bestimmtes Geschehen im Kurs oder Seminar reagiert, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der Gesamtsituation, dem Thema, dem jeweiligen Teilnehmer und seiner Geschichte/Situation und seiner Psychodynamik, von der eigenen Verfassung und von der Einschätzung der „Gefährlichkeit“ des Geschehens.

Hyperventilation ist normalerweise und bei einem Gesunden nichts Schlimmes, bei jemandem mit einem Herzschrittmacher kann sie jedoch lebensbedrohlich sein.

Die DFME Fachausbildung für Stressbewältigung

Was ist Hyperventilation?

Hyperventilation ist eine Störung der Atemregulation, die durch falsches Atmen hervorgerufen werden kann, oder durch starken inneren Stress, hervorgerufen durch heftige Emotionen.

In Folge der psychischen Erregung entsteht ein Gefühl von „Lufthunger“, das den Betroffenen dazu veranlasst, schneller und stoßweise zu atmen. Dabei wird vermehrt Kohlendioxid abgeatmet, was zu einem Anstieg des pH-Wertes im Blut führt.

Das wiederum zieht Gefäßverengungen im Gehirn und Körper nach sich – in Folge dessen sich Missempfindungen, Schmerzen im Brustkorb, Taubheit, Zittern, Verkrampfungen („Pfötchenstellung“ der Hände), Lähmungen und manchmal sogar zur Ohnmacht einstellen können.

Für den Betroffenen kann sich dieser Zustand sehr bedrohlich anfühlen und auch anwesende Personen können geängstigt werden, denn eine Hyperventilation ähnelt in der Dramatik des äußeren Geschehens einem Herzanfall.

Erste Hilfe besteht vor allem darin, den Betroffenen zu beruhigen und ihn zu langsamerem Atmen zu veranlassen. Man lässt den Betroffenen in eine Papier- oder Plastiktüte atmen, oder, falls nicht verfügbar, in seine hohlen, zu einer Halbkugel geformten Hände, die er sich vor das Gesicht hält.

Durch das mehrmalige Ein- und Ausatmen der eigenen Atemluft normalisiert sich die CO2-Konzentration im Blut und die verengten Hirngefäße weiten sich wieder.

Ein Tipp für den Trainer: einfühlsam begleiten

Wer seine Teilnehmer aufmerksam und einfühlsam begleitet, wird durch die Beobachtung von Körpersprache, Mimik und Atem bereits frühzeitig mitkriegen, wenn mit der Atmung eines Teilnehmers etwas nicht stimmt.

Geschieht dies während einer Übung oder einer Meditation, können wir ganz allgemein noch einmal darauf hinweisen, ruhig und gleichmäßig zu atmen.

Nimmt der Betroffene den Impuls nicht auf, können wir ihn direkt ansprechen und/oder uns zu ihm setzen, um beruhigend auf ihn einzuwirken, bevor es zu einem vollständigen Hyperventilatons-Zustand kommt.

Befindet sich der Teilnehmer jedoch bereits in der heftigen Hyperventilation, können wir ihn wie zuvor beschrieben in eine Tüte oder seine Hände atmen lassen.

Grundsätzlich ist es hilfreich, in seinen Veranstaltungen stets Bachblüten-Rescue-Tropfen parat zu haben, die bei Bedarf eingenommen und/oder auf Stirn, Schläfen und im Pulsbereich aufgetragen werden können. Vergessen Sie dabei sich selbst nicht  😉 

 

Gemeinsam übt es
sich leichter…

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