Achtsames Nichtstun: Nutzlos aber wertvoll

Nichtstun Muße

Gehörst du auch du denen, die glauben, Nichtstun sei unproduktiv? Die meisten von uns würden sich wohl eher einen Knopf von der Kleidung abreißen und ihn wieder annähen, anstatt tatenlos herumzusitzen. Dabei können Zeiten der Muße ausgesprochen wertvoll sein, denn sie fördern Geistesruhe, Kreativität und Lebensfreude. Die Praxis der Achtsamkeit wird dir helfen, das Nichtstun als Lebenskunst und Ressource in deinem Alltag zu kultivieren.

Inspiriert zum Nichtstun

Max Raabe ist schuld. Genauer gesagt, sein Lied Der perfekte Moment … wird heut verpennt. Auf gewohnt lässig-maliziöse Art singt er:

Heut‘ mach‘ ich gar nichts, keinen Finger krumm, ich bleib‘ zu Haus‘ und liege hier einfach nur so rum.

Max Raabe, Der perfekte Moment … wird heut‘ verpennt.

Für gewöhnlich bin ich ziemlich busy aber ich habe auch eine gesunde Beziehung zu gepflegten Mußestunden. Während ich den Raabe-Song fröhlich mitträllerte, fiel mir ein, dass die meisten Menschen, die mir begegnen, mit Faulenzen nicht viel anfangen können. Und wenn sie doch mal klammheimlich einen Nachmittag lang auf dem Sofa herumlümmeln, haben sie dabei ein schlechtes Gewissen.

Ertappt?

Nichtstun - Doris Kirch

Wer viel arbeitet, braucht auch mal Zeit, um die Seele baumeln zu lassen.

Warum wir so getrieben sind

Zum einen liegt es uns wohl in den Genen: Deutschsein heißt von je her fleißig sein. Faulheit hat da keinen Platz. „Müßiggang ist aller Laster Anfang“, ist ein Satz, den viele von uns schon gehört haben, bevor sie das erste Wort schreiben konnten.

Franz Kafka vertrat sogar die Ansicht, Nichtstun sei eine der größten und verhältnismäßig leicht zu beseitigenden Dummheiten. Klugheit schützt vor Torheit offenbar auch nicht.

Ein anderer Grund, weshalb es schwierig ist, Nichtstun als Tugend zu kultivieren, liegt in unserem modernen westlichen Leben und in der Funktionsweise unseres Gehirns. Beides ist zum Entwickeln von Muße nicht gerade förderlich.

Aus neurowissenschaftlicher Sicht verbringen wir die meiste Zeit im Reiz-Reaktions-Modus. Von morgens bis abends werden wir von äußeren Reizen überflutet, die das Gehirn verarbeiten muss. Unserem archaischen Überlebensprogramm folgend, wird jeder dieser Reize in Bruchteilen von Sekunden auf Freund oder Feind geprüft, um in einer vermeintlichen Gefahrensituation augenblicklich kämpfen oder flüchten zu können.

Strömen zu viele Reize auf uns ein und hört der Dauerbeschuss nicht auf, befindet sich unser Organismus permanent im angespannten Stressmodus. Wir „kommen nicht mehr runter“.

Nichtstun Sein-Modus

Nichtstun ist eine Kunst, die durch regelmäßiges Achtsamkeitstraining entwickelt werden kann.

Die modernen Medien als Feind der Muße

Ich hab‘ alles, was ich brauch‘; Augen auf und wieder zu; Stecker raus, keine Daten; die Welt bleibt draußen und muss warten. Was ich heut‘ besorgen kann, fang ich nicht an.

Max Raabe, Der perfekte Moment … wird heut‘ verpennt.

Stecker raus, keine Daten, ist für die meisten von uns undenkbar. Viel zu sehr bestimmen die modernen Kommunikationsmedien mittlerweile unseren Alltag und unser Leben. Unsere Handys tragen wir stets bei uns und jeder Signalton bindet unsere Aufmerksamkeit.

Wir sind Junkies der Nachrichten über SMS, WhatsApp, Facebook, Instagram, Snapchat & Co. Anstelle von Innehalten trainieren wir unbewusst, in dauerhaft erregter Erwartungsspannung zu sein. Wir trainieren Go statt No Go.

Gut beobachten lässt sich das beim Autofahren. Wie oft wurde dir in der letzten Woche die Vorfahrt genommen? Zu meiner Zeit lernte man noch, sich folgende innere Frage zu stellen, wenn man in eine Straße einbiegen wollte: „Muss ich warten?“ Heute scheint sich jeder nur noch zu fragen: „Schaff‘ ich’s noch?“

Auf diese Weise befinden wir uns die meiste Zeit wie ferngesteuert in einem getriebenen Tun-Modus. Der entspannte, regenerierenden Sein-Modus hingegen wird uns immer fremder. Er ist ungewohnt, geradezu suspekt und wir werden unruhig, wenn einmal nichts passiert, wenn Reize plötzlich ausbleiben. Cold Turkey – kalter Entzug.

Definition Nichtstun

Es gibt Ebenen in uns, mit denen kommen wir nur im Zustand von Ruhe und Besinnung in Kontakt.

Definition: Was ist Nichtstun eigentlich?

Das Mantra, dass Müßiggang aller Laster Anfang ist, stammt aus einer Zeit, wo es noch keine Neurowissenschaften gab. Heute weiß man mehr: Wissenschaftler bestätigen, dass Nichtstun sinn- und wertvoll ist. Und produktiv. Mittlerweile ist bekannt, dass Lernen und Kreativität vor allem Muße, Entspannung und Pausen brauchen.

Was mich angeht: Meine besten Einfälle habe ich beim Marinieren in der Badewanne, beim Warten an roten Ampeln oder wenn ich mit leerem Blick in ein knisterndes Kaminfeuer schaue.

Der getriebene Tun-Modus ist charakterisiert von Stress und Angstgefühlen. In diesem Zustand riegelt das Gehirn die Zugänge zu den klügeren Denkbereichen quasi ab. Logisches, kreatives Denken, Assoziieren und Verstehen sind dann nur noch eingeschränkt möglich.

Mit Nichtstun mehr schaffen

Wir brauchen im Grunde keine Wissenschaftler, die uns das bestätigen. Wohl jeder von uns hat schon einmal die Erfahrung gemacht, dass besessenes Arbeiten über einen längeren Zeitraum hinweg zu minderwertigen Ergebnissen führt. Bereits der Dichter Ovid erkannte, dass nichts von Dauer ist, das ohne Ruhepausen geschieht. Nichts bringt uns besser voran und ist produktiver als eine Pause.

Achtsamkeit, Muße und Nichtstun

Muße erfordert das Vertrauen, jederzeit am richtigen Ort zu sein.

Übrigens sind wir oft genau in den Zeiten am produktivsten, in den wir meinen, nichts oder zu wenig zu tun.

Einer der produktivsten Menschen, die ich jemals kennengelernt habe, ist ein inzwischen emeritierter Architektur-Professor. Auf meine Frage, wie er ständig auf so gute Einfälle und Ideen kommt und wie er es schafft, so viele Projekte umzusetzen, antwortete er: „Ich schlafe viel“.

In seinem Büro in der Hochschule hingen eine Hängematte und ein Schild für die Tür mit der Aufschrift „Bin am Arbeiten – bitte nicht stören“.

Gebt den Leuten mehr Schlaf – und sie werden wacher sein, wenn sie wach sind.

Kurt Tucholsky

Pausen sind die Löcher im Käse des Lebens

Es zeugt nicht von Weisheit, sich im Alltag aufzureiben, um im Außen zu gewinnen: Macht, Geld, Prestige – um dann nach innen die Gesundheit und die Lebensfreude zu verlieren. Was nutzen einem ein toller Partner, eine gute Bildung, ein toller Job und viel Geld, wenn man nicht die Muße hat, es zu genießen?

Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens.

John Steinbeck

Wer sich keine Auszeiten gönnt und sich im Alltag verschleißt, der brennt irgendwann aus. Er lebt nicht, er wird gelebt, von seinem Job, seinem Terminkalender, seinen Meetings und sonstigen Verpflichtungen. Nietzsche sagte, dass jeder, der nicht zwei Drittel des Tages für sich hat, ein Sklave sei. Nichtstun ist besser als mit bewusstlosem Geraffel nichts zu schaffen. Umdenken ist nötig. Zur Besinnung kommen.

Faulheit ist die Eigenschaft, sich auszuruhen, bevor man müde wird.

Selbstmitgefühl lernen und Lehren

Nichtstun und Muße zu kultivieren bedeutet, mitfühlend für uns zu sorgen.

Warum Nichtstun so gesund ist: Ein Plädoyer für Muße und Faulsein

Möchte man beginnen, das Nichtstun für sich zu entdecken, muss man es zunächst verstehen. Denn so lange man im Nützlichkeitsdenken festhängt und die stille Überzeugung hegt, dass Muße Zeitverschwendung und etwas Verwerfliches ist, wird man seine Bemühungen um mehr Freiraum im eigenen Leben unbewusst torpedieren.

Den Wert von Muße wussten bereits die antiken Philosophen zu schätzen. Sie haben sich intensiv mit der Frage der Muße beschäftigt. Überliefert ist zum Beispiel De Otio (Über die Muße), ein philosophischer Dialog des Seneca.

Relaxen: Zwecklos aber sinnvoll

Er lobt den hohen Wert des Nichtstuns, indem er ausführt, dass Muße einen guten Sinn hat, weil sie den Menschen frei macht für die Erkenntnis des Wahren und Guten und ihn somit der Vollkommenheit näherbringt.

Muße ist zwar gewissermaßen zwecklos, aber offenbar dennoch eine höchst sinnvoll verbrachte Zeit. Es ist eine Zeit, die uns ermöglicht, wir selbst zu sein. Wir müssen einmal keine Rolle spielen und nichts erreichen. Wir leben einfach den gegenwärtigen Moment, wie er sich uns gerade anbietet.

Langeweile Achtsamkeit

In jedem achtsamen Atemzug liegt ein ganzes Universum, das darauf wartet, entdeckt zu werden.

Langeweile ist falsch verstandenes Nichtstun

Ob wir Nichtstun erfüllend oder als Langeweile erleben, ist eine Bewusstseinsfrage. Denn: Langeweile ist Mangel an Aufmerksamkeit für den gegenwärtigen Moment.

Im Zustand von Achtsamkeit sind wir vollständig präsent im Hier und Jetzt. Bei Langeweile sind wir mit den Gedanken meist in der Vergangenheit oder der Zukunft. Wenn wir sagen, uns sei langweilig, sind wir nicht wirklich mit uns in Kontakt. Wir haben kein klares Bewusstsein dafür, was in uns und um uns herum vor sich geht. Gedankenverloren dümpeln wir trübe vor uns hin, die Aufmerksamkeit ist überall und nirgends. Nur nicht im Hier und Jetzt.

Wer sich langweilt, ist frustriert und unruhig, weil sein inneres Bedürfnis nach fortwährender Ablenkung gerade nicht bedient wird. Das Gegenteil von Langeweile ist Achtsamkeit.

Erfahre, wie es sich anfühlen kann, eine kleine Praline achtsam zu essen →

Müßig sein heißt wach sein

Müßiggang ist keine Untätigkeit. Müßig und entspannt zu sein, hat auch nichts mit Wellness, Freizeit der dem Streben nach Entspannung zu tun. Muße ist bewusstes Nichtstun. Entspannung wird nicht angestrebt, sie ist eher die Folge dieses Seins-Modus. Alle Sinne sind wach und aufnahmebereit für das, was der gegenwärtige Moment zu bieten hat – im Hören, Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen.

Im Zustand des achtsamen Nichtstuns sind wir uns selbst genug, sind uns selbst ein angenehmer Gesellschafter. Und vor niemandem muss man sich dafür rechtfertigen, wie man diese Zeit verbracht hat.

Mir geht’s gut, wo ich bin. Die Sonne scheint, Wolken zieh’n Der perfekte Moment wird heut‘ verpennt.

Max Raabe, Der perfekte Moment … wird heut‘ verpennt

Nichtstun Übung Achtsamkeit im Alltag

Warum nicht einfach mal vor sich hin stoffwechseln?

Achtsames Nichtstun ist eine Frage von Bewusstsein

Muße bedeutet auch nicht, nichts zu tun. Kann es, muss es aber nicht. Was schlaffes Abhängen von achtsamem Nichtstun unterscheidet, ist die innere Haltung. Denn die ist nicht trübe und gedämpft, sondern wach, klar und präsent. Vielleicht ein wenig diffus, aber dennoch klar – ein scheinbarer Widerspruch, der nur im Zustand selbst aufgelöst werden kann.

Es ist ein absichtsvolles Zulassen. Eine bewusste Entscheidung, von blindem Aktionismus in den Sein-Modus zu wechseln. Wenn das gelingt, öffnet sich ein Raum geistiger Freiheit, in welchem ganz wie von selbst kreative Ideen und Gedanken spontan aufpoppen können und wir Antworten auf nie gestellte Fragen erhalten.

Entspannung ist die Folge, nicht das Ziel

Man könnte es vielleicht so sagen: Wir lassen uns auf unser Leben ein. Nichtstun im Sinne von Achtsamkeit und Bewusstheit ist ein aktiver, selbstbestimmter Akt. Richtig verstanden und gelebt, kann dieser Zustand uns höchste Wonnen bescheren.

Und nachhaltig ist er auch. Unsere Akkus sind wieder voll aufgeladen – aber nicht, weil wir daran „gearbeitet“ haben, sondern als Folge des vorherigen tiefen und vollständigen Loslassens allen Tuns und Wollens.

Nichtstun stärkt psychische Gesundheit

Wer Glückseligkeit sucht, kann sie im Nichtstun finden.

Schwestern im Geiste: Achtsamkeit und Muße

Achtsamkeit unterstützt das Kultivieren des aktiven Nichtstuns, denn die buddhistische Achtsamkeitspraxis trainiert jene Klarheit des Geistes, auf die es in diesem Zustand ankommt. Sie basiert auf bestimmten inneren Haltungen, die förderlich für das Entwickeln von Muße und Gelassenheit sind.

Erfahre hier mehr über die inneren Haltungen der Achtsamkeitspraxis →

Indem wir zum Beispiel Vorurteilsfreiheit, Anfängergeist, Akzeptanz und Nicht-Streben praktizieren, gelingt es uns, den gegenwärtigen Moment so zu nehmen, wie er ist. Wir registrieren durchaus, ob wir ihn angenehm oder unangenehm finden.

Vielleicht nehmen wir gerade Menstruationsschmerz wahr oder Muskelkater, weil wir es zuvor mit der Gartenarbeit oder beim Sport übertrieben haben. Aber wir haben die Gelassenheit, es so zu lassen, wie es ist. Wir machen kein Drama aus dem Status quo, verniedlichen ihn andererseits auch nicht.

Jenseits von Mögen und Nicht-Mögen öffnet sich für uns ein Raum innerer Freiheit, in welchem wir die Dinge lassen können wie sie sind – ohne den Zwang, sie verändern zu müssen. Je mehr diese Haltungen der Achtsamkeit verinnerlicht werden, desto weniger springen wir auf jeden Reiz an und verlieren uns auch nicht fortwährend in automatischen Reaktionen darauf.

Achtsamkeit und Muße

Die Fähigkeit zu Gelassenheit erfordert ein achtsames Bewusstsein.

Keine Zeit zum Nichtstun?

Am meisten Freude macht schöpferisches Nichtstun, wenn man eigentlich viel zu tun hätte. Aber gerade dann glauben wir gewöhnlich, keine Zeit zu haben, um uns mal treiben zu lassen. Das ist jedoch ein Irrtum. Schon der Philosoph Seneca hat erkannt, dass es nicht zu wenig Zeit ist, die wir haben, sondern zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.

Absichtsloses, achtsames Nichtstun führt zu neuer geistiger Frische, zu mehr Selbstbestimmtheit und Klarheit. Du wirst feststellen, dass du nach Mußestunden viel effizienter bist. Das spart Zeit. Außerdem verbessern sich deine zwischenmenschlichen Beziehungen, weil du entspannter bist. Das verhindert unnötige Reibungsverluste und spart wiederum Zeit. Und Nerven.

Sägst du auch mit einem stumpfen Sägeblatt?

Wir lächeln gerne über die folgende Geschichte: Ein Mann, der im Wald mit einer stumpfen Säge Bäume fällt (während ein neues Sägeblatt neben ihm liegt) antwortet auf die verwunderte Frage eines Wanderers, warum er das Sägeblatt nicht wechselt, um es sich leichter zu machen, dass er dafür keine Zeit habe.

Erkennst du dich wieder? Dann darfst du jetzt über dich selbst lächeln.

Ich habe mich für ein Leben in Luxus entschieden. Wann immer ich will, lasse ich mich ganz einfach vom Boden tragen oder nehme ein Bad in der Stille.

Hubert Feurstein

Nichtstun und Gesundheit

Das Leben ist von Hause aus einfach. Blinder Aktionismus kompliziert es unnötig.

5 Tipps, um achtsames Nichtstun zu kultivieren

Vor den Erfolg haben die Götter auch hier den Schweiß gesetzt. In den Zustand des Nichtstuns zu kommen und ihn zu genießen, geschieht nicht von jetzt auf gleich. Es muss geübt werden. Das braucht anfangs Entschlossenheit und Disziplin, denn der Wind des Alltags und unserer eingefleischten Gewohnheiten bläst uns bisweilen kalt ins Gesicht und zerstreut unsere guten Absichten.

Achte dennoch darauf, das Kultivieren von Muße nicht zu einer neuen Beschäftigung zu machen; es geht um Haltung, nicht um Tun. Lass dir Zeit, Nichtstun zu lernen. Es braucht vielleicht etwas Geduld, bis du dich in deiner eigenen Gesellschaft wohlfühlst.

So integrierst du mit Hilfe von Achtsamkeit Pausen, Auszeiten und Faulsein als natürliche Ressource in deinen Alltag

1.

Nutze die Achtsamkeit, um im Alltag dann und wann bewusst zu stoppen, deine Arbeitsweise zu hinterfragen und das Tempo zu reduzieren. Tritt von dir selbst zurück, wie ein Maler, der sein Bild von Zeit zu Zeit mit Abstand betrachtet, um eine andere Perspektive darauf zu bekommen. Achte darauf, dich dabei nicht zu verurteilen – es geht nur darum, die momentane Verfassung wertfrei zu registrieren.

2.

Baue regelmäßige Ruhepausen und Auszeiten in deinen Alltag ein. Zum Beispiel die Übung Nichtstun, die du ohne Aufwand in der Freizeit und am Arbeitsplatz durchführen kannst.

Übung Nichtstun:

Wenn du im Begriff bist, etwas zu tun, stürze dich nicht gleich kopfüber ins Getümmel. Stell oder setz dich erst einmal hin und tue nichts, außer zu atmen. Genieße einige bewusste Atemzüge.

Den Atem dabei nicht beeinflussen. Registriere nur seine Qualität: Ist er flach oder tief? Langsam oder schnell? Rau oder weich? Schnell oder langsam?

Nimm auf eine nicht-wertende Weise deine Empfindungen im Körper, deinen Gemütszustand und eventuelle Gedanken wahr. Erst dann wende dich den vor dir liegenden Aufgaben zu.

3.

Verbringe Zeiten bewusst absichtslos und tue nichts zweckmäßig Geartetes: Gehe nicht spazieren, um dich zu erholen oder den Hund Gassi zu führen, sondern gehe um des Gehens willen, um den gegenwärtigen Moment mit allen Sinnen zu genießen.

So machst du gewöhnliches Gehen zur Geh-Meditation →

Lausche einem Lied, ohne dich zu fragen, wer den Titel gesungen hat oder wo du ihn herunterladen kannst. Spiele Mensch-Ärgere-Dich Nicht – nicht, um zu gewinnen, sondern um einfach Freude im Tun zu haben. Ziellos. Planlos.

4.

Lerne meditieren, um zu trainieren, bewusst vom Modus des Tuns in den Modus des Seins zu wechseln, wann immer du es möchtest.

5.

Führe ein Achtsamkeitstagebuch, in dem du deine Fortschritte dokumentierst. Schreiben schafft Bewusstsein und es hilft dir, deine Motivation aufrechtzuerhalten.

Dann und wann das Tempo verlangsamen, anhalten, in Ruhe wahrnehmen, was um uns ist, was uns schützt, bedroht, erfreut, fordert, fördert, uns neu einstellen und ausrichten.
Dann und wann das Tempo verlangsamen, anhalten, sich hinsetzen und setzen lassen, was sich in uns bewegt. Unsere Strukturen wahrnehmen, sehen, was und wie wir sind.
Dann und wann das Tempo verlangsamen, anhalten, aus unserer Tiefe Bilder aufsteigen lassen, dankbar sein und sehen, was sie uns zeigen wollen, wohin sie uns weisen.

Max Feigenwinter

© Doris Kirch, 2019

Und zum Schluss den wundervollen Song von Max Raabe


Achtsamkeitstrainer